KSK und Nebenjob - Als Mitglied der Künstlersozialkasse Geld dazu verdienen

 

Überblick über die Konstellationen: Künstlerberuf und weitere Tätigkeiten (selbstständig oder angestellt).

 

1.    Die Künstlersozialversicherung

 

Viele Künstler und Publizisten haben neben ihrer künstlerischen Tätigkeit noch einen Nebenerwerb.

 

Die Frage ist nun: Unter welchen Voraussetzungen kann man trotz dem Nebenerwerb Mitglied in der KSK werden bzw. bleiben?

 

Zunächst muss einmal unterschieden werden, ob es sich bei der nicht-künstlerisch-publizistischen Nebentätigkeit um eine Anstellung oder eine Selbstständigkeit handelt.

 

Außerdem kann es verschiedene Auswirkungen auf die Kranken- und Pflegeversicherung (KV/PV) und auf die Rentenversicherung (RV) geben:

 

  • Für Krankenversicherung über die KSK gilt: Unterstützung (und damit auch Versicherungspflicht nach KSVG) fallen ausschließlich für die Tätigkeit an, die als hauptberuflich gilt.
  • Ganz anders allerdings bei der Rentenversicherung. Die Beiträge aus allen rentenversicherungspflichtigen Erwerbstätigkeiten werden zusammengerechnet, bis die Hälfte der monatlichen Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung erreicht wird. (= 3.250 Euro West; 2.900 Euro Ost; 2018).

 

2.    Künstlerische Tätigkeit und feste Anstellung

 

Ein Minijob (also bis zu 450 Euro/Monat) verursacht keine Probleme im Zusammenhang mit der KSK.

 

Man ist ganz einfach in vollem Umfang über die KSK kranken-, pflege- und rentenversicherungspflichtig.

Die KSK zahlt 50% der Beiträge.

 

Soweit die Einkünfte aus der angestellten Tätigkeit 450 Euro übersteigen ist die Frage, ob man hauptberuflich angestellt oder selbstständig ist.

 

Ausschlaggebend ist hierbei der Verdienst der beiden Tätigkeiten.

 

Also:

  • Das Bruttogehalt der Festanstellung auf der einen Seite
  • Das geschätzte Einkommen bei der KSK auf der anderen Seite.

 

Genauso kann der zeitliche Umfang der beiden Tätigkeiten mitberücksichtigt werden.

Die Krankenkassen machen hierzu die Hauptberuflichkeitsprüfung. 

 

Hier nun einmal Beispiele für die Kombination aus selbstständiger künstlerischer bzw. publizistischer Arbeit und einer festen Anstellung.

 

 

Beispiel A:


Einkommen als Selbstständiger (ohne Abzug von Steuern) = 1.000 Euro pro Monat durch selbstständige künstlerische bzw. publizistische Arbeit,

Arbeitszeit: 20 Stunden pro Woche


Gehalt als Angestellter (ohne Abzug von Steuern) = 750 Euro als Arbeitnehmer

Arbeitszeit: Genauso 20 Stunden pro Woche

Hier ist die künstlerische bzw. publizistische Tätigkeit klar die Haupttätigkeit, denn es geht hier nach der wirtschaftlichen Bedeutung.

 

Das Ergebnis:

  • Man kann in vollem Umfang über die KSK versichert sein.
  • Für die „Nebentätigkeit“ als Angestellter fallen nur Rentenversicherungsbeiträge aber keine Krankenversicherungsbeiträge an.

 

Beispiel B:

 

Einkommen als Selbstständiger (ohne Abzug von Steuern) = 500 Euro pro Monat durch selbstständige künstlerische bzw. publizistische Arbeit,

Arbeitszeit: 20 Stunden pro Woche


Gehalt als Angestellter (ohne Abzug von Steuern) = 750 Euro als Arbeitnehmer

Arbeitszeit: Genauso 20 Stunden pro Woche

 

Hier ist die angestellte Tätigkeit klar die Haupttätigkeit. Auch hier zählt die wirtschaftliche Bedeutung.

 

Das Ergebnis:

  • Man kann über die KSK versichert sein. Allerdings werden nur noch Rentenversicherungsbeiträge über die KSK abgeführt und von der KSK bezuschußt.
  • Für die Tätigkeit als Angestellter fallen Rentenversicherungsbeiträge und Krankenversicherungsbeiträge an. Der Arbeitgeber muss hier seinen Teil beitragen.

 

 

Beispiel C:

 

Einkommen als Selbstständiger (ohne Abzug von Steuern) =1.000 Euro pro Monat durch selbstständige künstlerische bzw. publizistische Arbeit,

Arbeitszeit: 20 Stunden pro Woche


Gehalt als Angestellter (ohne Abzug von Steuern) = 4.000 Euro als Arbeitnehmer

Arbeitszeit: Genauso 20 Stunden pro Woche

 

Hier ist die angestellte Tätigkeit klar die Haupttätigkeit. Auch hier zählt die wirtschaftliche Bedeutung.

 

Das Ergebnis:

  • Man nun nicht mehr über die KSK versichert sein, da das Gehalt der Anstellung die Hälfte der monatlichen Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung übersteigt.
  • Für die Tätigkeit als Angestellter fallen Rentenversicherungsbeiträge und Krankenversicherungsbeiträge an. Der Arbeitgeber muss hier seinen Teil beitragen.

 

3.    Eine nicht künstlerische bzw. nicht-publizistische Selbstständigkeit (z.B. Gewerbe)

 

Mehr Probleme kann es geben, wenn man eine nicht künstlerische oder publizistische selbstständige Tätigkeit ausübt.

 

Eine selbstständige Tätigkeit mit einem Einkommen von weniger als 450 Euro pro Monat verursacht keine Schwierigkeiten.

 

Erst wenn man mehr als 450 Euro pro Monat bzw. 5.400 Euro pro Jahr verdient, wird es problematisch:

 

Eine Krankenversicherung über die KSK ist dann nicht mehr möglich. Hier kommt es auch nicht darauf an, ob das Einkommen aus der künstlerischen bzw. publizistischen Tätigkeit wirtschaftlich bedeutsamer ist.

 

Die Krankenversicherung muss in solchen Fällen komplett selber bezahlt werden. Die Rentenversicherung kann bzgl. der künstlerisch/publizistischen Tätigkeit, wenn alle anderen Voraussetzungen bestehen, weiter über die KSK laufen.

 

Für die nicht künstlerische bzw. publizistische Tätigkeit besteht Rentenversicherungspflicht evtl. nach den allgemeinen Regeln. Zum Beispiel sind handwerkliche und lehrende Tätigkeiten zum Teil rentenversicherungspflichtig.

 

Hier die Informationsschrift der KSK zum Thema Nebenjob:

  

Download
Versicherung bei KSK trotz Nebenjob
Hinweise der KSK
Versicherung_trotz_Nebenjob.pdf
Adobe Acrobat Dokument 268.7 KB